Die Alben der Woche

YEAH BUT NO – Deamons

YEAH BUT No aus Berlin – das sind Douglas Greed und Fabian Kuss. Sie haben sich der elektronische Musik verschrieben. Dabei zielen sie weniger auf den Dancefloor als auf den genussvollen Hörgenuss, gerne auch unter Kopfhörern. Man merkt der Musik an, dass hier ein Techno-Produzent (Greed) und ein Sänger und Songschreiber (Kuss) zusammengefunden haben. Die 11 Stücke des neuen Albums „Demons“ kreisen um innere und äußere Konflikte und Gegensätze.  Musikalisch deutlich song-orientiert, beschäftigen sich Yeah But No mit Brüchen und zu überwindenden Widrigkeiten, mit Vergangenheit und alten Gewohnheiten – und wie man mehr darüber stolpert, statt daran zu wachsen. Aus einer persönlichen Perspektive kommentiert die Band globale Herausforderungen wie die Klimakrise (I Don’t Want To Know), die überall projizierte Angst oder die permanente Unruhe und Unzufriedenheit dieser Zeit, wie auch die ganz privaten Dämonen, die unser Leben bestimmen. 

Vagabon – Vagabon

Foto: Tonje Thilesen

Die in Kamerun geborene und in New York lebende Künstlerin Lætitia Tamko, die unter dem Namen Vagabon aufnimmt, hat ihr zweites Album veröffentlichen. Die LP sollte ursprünglich “All The Women In Me” heißen. Dies war ein Verweis auf einen Gedichtsband von Nayyirah Waheed. Die Poetin hat zwar sehr viele Follower auf Instagram, über ihre Biographie ist dennoch so gut wie nichts bekannt. Als Tamko erfuhr, dass Waheed es vorzog, nicht zitiert zu werden, änderte sie den Titel auf Vagabon. Was Waheed dazu bewogen hat, die Verwendung ihrer Gedichte zu verbieten, wissen wir nicht. Es dürfte nicht an der Qualität der zehn Songs liegen, denn Vagabon ist eine außerordentlich selbstbewusstes Werk gelungen, bei dem sie fast alle Songs selbst produziert hat. Es ist keine Genre eindeutig zuzuordnen. Sie probiert sich Folk-Sängerin, Popstar und Bedroom-Indie-Rockerin aus. Schimmernde Synthiesounds unterstützen Vagabon Stimme. Den Song Every Woman lässt Vagabon in den untersten Teil ihres Registers versinken, während sie Please Don’t Leave the Table mit einem entspannten Falsett schweben lässt. Water Me Down ist ein Hit.

Mando Diao – Bang


,Mando Diao ist eine Band, die ähnlich wie die Strokes, die gerne als Referenz herangezogen werden, ihre großen Erfolge in den 00-Jahren hatte. Es ist schwierig für eine Band, sich über so lange Zeit immer neu zu erfinden und dabei die Fans nicht zu verlieren. Das ist Mando Diao nach dem Album “Give Me Fire” mit dem Überhit „Dance With Somebody“ nicht mehr so recht gelungen. Zudem musste die Trennung von Frontmann Gustaf Norén verwunden werden. Während aber die hochgelobten Strokes ihr letztes Album vor 6 ½ Jahren veröffentlicht haben, schaffen es die Schweden jetzt  mit Bang an glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Catchy Rockriffs, tighte Drums, coole Basslinien und rotziger Gesang ergeben krachenden, tanzbaren Indie-Rock. Den Fans wird es gefallen. Den Verriss im Musikexpress muss man ja nicht lesen.

Yeah But No – I Still Keep Love For You

Morgen erscheint Demons, das zweite Album des Berliner Electro Pop / Wave – Duos YEAH BUT NO. Mehr Infos dazu gibt es am Wochenende unter der Rubrik „Alben der Woche“. Versprochen. Vorab sei aber schon einmal verraten, das auf dem Album gefühlvoller Elektro-Pop zu hören ist, der sich bestens als Soundtrack für emotionale Kurzfilme oder Dokumentationen eignen würde. So wundert es nicht, dass das Video zu der Albumauskopplung I Still Keep Love For You wie ein emotionsgeladener Kurzfilm daherkommt.

Yeah But No – „I Still Keep Love For You“ (official music video) VÖ 16.10.2019

Im Video von Regisseur Jacob Sauermilch wird ein Mann auf einem Roadtrip mit seiner Freundin an seine Beziehung zu seiner früheren Partnerin erinnert. In den Rückblenden wird ihm wieder gegenwärtig, was er verloren hat, und eine unbestimmte Sehnsucht nach vergangenen Zeiten erwacht. Die Gedanken, die ihn überwältigen, werden durch den zeitgenössischen Tanz repräsentiert, der zum Ende hin immer stärker und wilder wird.

LOVE MACHINE – EP: Mirrors & Money

Mirrors & Money Cover

Crooning beschreibt einen in den 1920er Jahren mit der Entwicklung des Mikrofons entstandenen Gesangsstil der populären Musik, dessen vorwiegend männliche Repräsentanten als Crooner bezeichnet werden. Das Crooning zeichnet sich durch die Intimität und Wärme der Stimme aus und wurde anfangs stark sexuell konnotiert (WIKIPEDIA). Ein Crooner kann also über Thunfischpizza, Träume von toten Katzen und Stripper sowieso singen, es klingt immer ohrenschmeichelnd und sexy. 

Die Düsseldorfer Band LOVE MACHINE hat mit Marcel Rösche einen solchen Crooner am Start, der mit sonoren Stimme die verschiedenen Musikstile zusammenhält, die LOVE MACHINE auf ihrer neuen EP Mirrors & Money darbieten. Die Band schafft den fließenden Übergang von einem pornös groovendem Soul Track wie ‚The Stripper’ hin zu Stücken, die wie ‚Mirrors & Money’ oder ‚Birdy Buddy’ nach Garage- und Punkrock klingen. Dazwischen taucht mit ‚Dead Cats Dream’ Psychedelic Rock auf. Der EP Opener ‚Valentino’ und der Schlusstrack ‚Starshine’ zeugen zudem davon, dass LOVE MACHINE auch Krautrock und  Alternative Rock beherrschen.

LOVE MASCHINE sind auf Tour und kommen am 23. 11. ins Sputnik Café, Münster

Bodi Bill – Better Than Reality

Foto: Katia Wik

Wer auf elektronische Indie-Mukke steht, sollte das Berliner Trio Bodi Bill im Auge behalten. Bodi Bill waren Vorreiter eines modernen musikalischen Eklektizismus aus Techno, Folk und Indie, haben dann aber 7 Jahre nichts mehr zusammen gemacht, sondern sich jeweils eigenen musikalische Projekten gewidmet. Jetzt sind sie allerdings mit einer neuen Single ( die dritte in kurzer Zeit ) und einer Tour wieder da.

/// Bodi Bill – Hands-On Tour
20.10.2019 – DE – Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld* 
21.10.2019 – DE – München, Ampere*
22.10.2019 – DE – Nürnberg, Stereo*
24.10.2019 – DE – Frankfurt, Horst*
25.10.2019 – DE – Hannover, Musikzentrum*
26.10.2019 – DE – Dresden, Scheune
27.10.2019 – DE – Jena, Kassablanca
28.10.2019 – DE – Dortmund, FZW Club*
29.10.2019 – DE – Bremen, Lagerhaus*
31.10.2019 – DE – Hamburg, Mojo Club*
02.11.2019 – DE – Berlin, Säälchen – sold out!*
04.11.2019 – DE – Berlin, Säälchen – sold out!**

* mit Odd Beholder
**  mit Albertine Sarges & The Sticky Fingers

June Cocó – Ready For Love

Foto: Jörg Singer

Die in Leipzig beheimatete Sängerin und Pianistin June Cocó veröffentlicht am 29.11. ihr zweites Album „Fantasies & Fine Lines“ . Wie es sich für eine Pianistin gehört, wird auf dem Album das Klavier als Hauptinstrument zu hören sein. Als Appetitanreger erschien bereits am Freitag der Titel Ready For Love  als zweite Auskopplung ihres Albums Fantasies & Fine LinesJune Cocó will das Lied als Aufforderung verstanden wissen, sich auch einmal zu großen Gefühlen und echter Liebe zu bekennen. Für einen Menschen, aber auch zu sich selbst – oder vielleicht auch für das liebste Instrument: „Das klingt groß, aber ich würde wirklich sagen, dass das Klavier die Liebe meines Lebens ist. Seit ich als Kind bei einer Freundin hörte, wie jemand darauf ‚Für Elise‘ spielt, wollte ich das auch können.“ Auf alle Fälle ist ihr ein sehr schöner poppiger Song gelungen, mit großem Refrain, einem fantastischen Chor und schönen Pianomelodien.

Start ihrer Europatour

Nachdem June Cocó gerade eine Reihe Konzerte in Schweden und Litauen absolviert hat, wird sie auch in den nächsten Monaten ausgiebig durch Deutschland und Europa unterwegs sein, darunter auch ein Konzert in Münster :

18.10.19 FR-Paris – MaMA Festival
01.11.19 CZ-Prag – Palac Akropolis
09.11.19 Leipzig – naTo
13.11.19 Erfurt – Museumskeller
15.11.19 Plauen – Malzfabrik
18.11.19 Jena – Paradies Cafe
19.11.19 München – Orangehouse
20.11.19 Dresden – Jazzclub Tonne
21.11.19 Schwabach – Bürgerhaus
22.11.19 Greiz – Alte Papierfabrik
23.11.19 Altenburg – Paul-Gustavus-Haus
26.11.19 Münster – Jovel
27.11.19 Marburg – Q
28.11.19 Köln – Lichtung
29.11.19 Hamburg – Hebebühne
30.11.19 Berlin – Privatclub
26.02.20 Göttingen – Apex
27.02.20 Magdeburg – Moritzhof
28.02.20 Rostock – Helgas Stadtpalast
02.03.20 Mainz – Schick & Schön
04.03.20 Tübingen – Sudhaus
05.03.20 Stuttgart – Club Cann
06.03.20 Heidelberg – Karlstorbahnhof
07.03.20 Bonn – Waschsalon

We Are The City – Song In My Head

Sänger/Keyboarder Cayne McKenzie, Schlagzeuger Andrew Huculiak und Gitarrist David Menzel gründeten die kanadische Progressive-Rock-Band We Are The City als Teenager. Seitdem haben sie das Projekt als Ventil für ihre wildesten kreativen Launen genutzt. In ihrem Portfolio gehören neben EPs und Alben auch Soundtracks zu abgefahrenen norwegischen und Kanaduíschen Filmen. Das 2018 erschienene Album „AT NIGHT“ war das erste von zwei sehr unterschiedlich konzipierten und abgeschlossenen Alben, die die Band kurz nacheinander veröffentlichen wollte. Das zweite Album mit dem Titel RIP wird Anfang 2020 veröffentlicht. Als Vorgeschmack gibt es ein neues Videos „Song In My Head“ 

B O K E H – Options

In dem Dance-Pop- Track trifft Atmosphäre auf packende Synthies gepaart mit einer starken Stimme der Sängerin. Das musikalische Wirken von Chloë Lewer gefällt uns schon, seit die aus Südafrika stammende, in Neuseeland aufgewachsene und nun in Berlin lebende Sängerin zusammen mit den Neuseeländer Elliott McKee in den Berliner Straßenmusikprojekt Charity Children mit feinstem Indie-Folk verzauberte. Auf der Facebookseite von Charity Children sieht man, dass die beiden wieder imStudio sind und ich hoffe, dass bald was neues zu hören sein wird.

Als Solokünstlerin ist Chloë Lewer vielseitig tätig. Ihr Musikprojekt trägt den Namen BOKEH. Außerdem wirkt sie als professionelle Songwriterin und Musikerin, als auch als Filmemacherin, Schauspielerin und Regisseurin. Über das Musikvideo zu Options führte sie selbst Regie.

Im Musikvideo durchlebt der Darsteller (Daniel Asamoah) einen Findungsprozess. Er versteckt seine wahre Leidenschaft, das Tanzen sowie seine Sexualität. Einmal in der Woche mietet er sich ein Tanzstudio, um dort alleine mit sich selbst um seine Identität, seinen Gender und um seine Sexualität zu ringen. Letztendlich verliert er seine Hemmungen und Ängste und entdeckt sich selbst neu. 

Die Alben der Woche

Big Thief Two Hands

Big Thief haben einem Lauf. Es ist erst ein paar Monate her, dass Big Thief  mit U.F.O.F. ihr letztes Album vorlegten. Die Alben sind als gegensätzlich Zwillinge anzuhören. Während U.F.O.F. überwiegend mit fein gepicktem Folk-Minimalismus das Luftige präsentierte, dominiert auf TWO HANDS das Erdige, die Enge und das Bedrückende. Elektrische Gitarren ergänzen sich mit Adrianne Lenkers Stimme, die immer wieder schafft, uns an ihren Emotion teilhaben zu lassen, als wäre man in einem dunklen Wald in einer engen Hütte eingesperrt.

Mister Me – Das Ende vom Hass

Foto. Tamara Eder

Wer rettet sie denn jetzt eigentlich, die deutschsprachige Popmusik? An dem einen Ende brechen HipHop-Acts Streaming-Rekorde, am anderen dudeln Schnulzen-Songwriter. Dazwischen findet Mister Me seine Nische und macht alles richtig. Lese die ausführliche Beschreibung hier.

Elbow – Giants of All Sizes

Wer sich ein neues Album von Peter Gabriel erhofft, der sollte sich das das neue Album Giants of All Sizes von Elbow anhören ( und die sieben Vorgänger ebenso). Es ist nicht nur die Stimme von Frontmann Guy Garvey, die stark an die des jungen Peter Gabriel erinnert. Es sind der Aufbau und die Dynamik jeden einzelnen Song, mit teils unerwarteten Wendungen, aber auch des gesamten Albums, die den Vergleich zum Altmeister erlauben. Die neun Titel von Giants of All Sizes wechseln zwischen laut, rau, schnell, dunkel und weich, sanft, langsam, hell. Man findet orchestrale Passagen, sägende E-Gitarren und Streicher, die einen warmen melancholischen Schimmer verleihen. Das verbindende Element is Garveys Stimme. Gewiss, es fehlen radiotaugliche Tracks oder markanter Einzelstücke. Allein der Opener Dexter & Sinister ist mit sieben Minuten viel zu lang fürs Radio. Vielleicht ist aber Elbow die Band, die das Albumformat rettet.

Bilderbuch cruisen wieder – Kitsch

Foto: Frederic Fisch

Schon im Video zu „Maschin“ machte es sich der Bilderbuch-Frontmann Maurice in einem schnittigen Flitzer bequem. Und auch sechs Jahre später wirft er sich in einem Sportwagen geschmeidig in Pose – dieses Mal im Clip zur neuen Single „Kitsch„, die heute am 11.10. erscheinen ist. 

Und wieder dominiert die funkige Gitarre, die den coolen Sound der Austro-Popper ausmacht. Das geht soweit, dass die Stimmen wie zusätzliche Gitarren wirken. Auch textlich bleibt Maurice seinem übergroßen Selbstbewusstsein treu, was ihm so gut steht. „Kein rich kid ja / aber white jeans an / und immer Eau de Cologne„, heißt es etwa in der ersten Strophe, deren Message vom Refrain auf den Punkt gebracht wird: „Ich war nie rich, aber cool mit Kitsch„.

Album: Mister Me – „Das Ende vom Hass“

Cover

Die deutschsprachige populäre Musik hat inzwischen eine riesige Bandbreite, in der man alle denkbaren Genres findet. In diesem breiten Spektrum sucht Micha Meißner seine Nische. Dabei macht er es sich nicht einfach. Begonnen hat er seine musikalische Laufbahn als Rapper. Schaut man in letzter Zeit auf die deutschen Charts, scheint es, dass man mit Deutsch-Rap relativ leicht Erfolg haben kann. Doch Mister Me, wie sich der Künstler Micha Meißner nennt, entscheidet sich anders. Inspiriert von Max Herre, der einen ähnliche Weg vom Hip Hop zum Pop  gegangen ist, greift er zum Komponieren zur Gitarre oder setzt sich ans Klavier. Er will er als Songschreiber seine Singstimme einsetzen und Geschichten erzählen.

„Das Ende vom Hass“ wurde durch eine Crowdfunding-Kampagne von Fans unterstützt

Auf seinem am heutigen Freitag erscheinenden durch eine Crowdfunding-Kampagne von Fans unterstützten Album präsentiert Mister Me Popmusik im besten Sinne. Deutsche Popmusik birgt die Gefahr, in das Fahrwasser von Mark Forster oder Sido zu geraten und mit schnulziger Musik und beliebigen Texten, sein Schäflein ins Trockene zu bringen. Jedoch setzt Micha Meißner seine Marke dagegen, indem er gesellschaftlich relevante Themen aufgreift und somit politisch wird. Dies verbindet er mit einer musikalisch brillanten Produktion, für die Tobias Siebert (And The Golden Choir) verantwortlich zeichnet. Das größte Problem unserer Gesellschaft ist die sich immer heftiger drehende Spirale von Hass, die verhindert, dass man vernünftig miteinander Lösungen für die wirklich dringlichen Themen wie Klimawandel, Flüchtlingswellen, Menschenrechtsverletzungen und Kriege sucht. Als ich diese Zeilen schreibe gehen gerade Meldungen um, dass in Halle Menschen von einem rechtsradikalen Terroristen aus purem Hass getötet und verletzt wurden. Vor diesem Hintergrund ist “Das Ende vom Hass” sogar ein hoch politisches Album. “Ich glaube, dass die Ursache von vielen gesellschaftlichen Problemen wie Sexismus, Rassismus oder anderen Ungerechtigkeiten aus den Mustern kommen, die uns anerzogen wurden und die viele unhinterfragt reproduzieren. Wenn Leute wie Orbán, Kurz oder AfD-Politiker fähig wären, sich selbst in einem größeren Kontext zu sehen, dann würden sie nicht so eine Scheißpolitik betreiben”, sagt Mister Me in seinem Pressetext zum neuen Album.  Der musikalisch sehr starke Song “Null” ist das Aushängeschild der Platte, ein Rundumschlag mit der Botschaft, wir müssen bei Null neu anfangen, und zwar gemeinsam und ohne Hass.

Mit Pink und Blau greift er zudem ein weiteres relevantes Thema auf und hinterfragt die Geschlechterrollen. Wie könnten wir Beziehungen leben, wenn es die Klischees von Frau und Mann nicht gäbe? Aber Mister Me klagt nicht nur an, sondern hat auch Lösungen parat. Das Gegenmittel zum Hass ist natürlich die Liebe in ihrer universellen Kraft (Raum). Außerdem Bescheidenheit, ja Demut, wenn man sich klar wird, dass Alles Da ist, was man zum Glück braucht. Dazu muss man sich nur in die Wunder der Natur vertiefen. So widmet Mister Me einem Song dem  Berg Monte Piana in den Dolomiten. “Das Ende vom Hass ist vielleicht der Moment, in dem man sich in Gänze versöhnt hat mit allem, und in dem man somit nicht mehr wiedergeboren werden muss. Oder vielleicht wird man zu einem schönen Berg, in sich ruhend, wie der Monte Piana selbst. Doch dazu muss man erst begreifen, dass man niemals alleine funktioniert und wir alle voneinander abhängig sind,” sind seine Gedanken dazu.

Die Liebe als Gegenpol und Ende des Hasses, ist natürlich nicht leicht zu bewerkstelligen und erfordert gerade in Liebesbeziehungen zu anderen Menschen Reflexion und ist manchmal schmerzhaft. Auch das spart Mister Me in sehr persönliche Songs nicht aus (Vision, Geister).

Mit intimen Songs macht sich Mister Me nackt

Aber gegen Schmerz hilft Hoffnung (Utopie). Andere Menschen lieben kann man jedoch nur, wenn man den Hass auf sich selbst aufgibt, die Verkrustungen löst und das Licht erkennt (Mensch). In diesem Song stecken sicher Erfahrungen eines Menschen, der selbst einmal in ein tiefes Loch gefallen ist. Mit (Selbst-) Liebe und ohne Hass gelingt dann auch ein Leben in Anmut. Grace, bei dem Super 700 im Refrain einen anmutigen Ambient-Sound beisteuern, ist für mich das schönste Stück des Albums. In  den zuletzt angesprochenen intimen Songs macht sich Mister Me derart nackt, dass er es nur konsequent fand, auch fürs Artwork die Hüllen fallen lassen. Dies obwohl er infolge einer Autoimmunkrankheit alle Haare am Körper verloren hat. Auch das ist ein Statement.

Tracklist: 1. Raum, 2. Null, 3. Pink und Blau, 4 .Mensch, 5. Vision, 6. Geister, 7. Grace, 8. Alles Da, 9. Utopie, 10. Monte Piana

Mister Me: Große Tour als Headliner

Nach der Veröffentlichung von „Das Ende vom Hass“ am 11.10. wird Mister Me bis in den Winter des nächsten Jahres hinein rund dreißig Städte auf seiner Tournee ansteuern:

Tourdaten:

19.11.2019 Münster -Sputnik Café

20.11.2019 Bochum – Dampfgebläsehaus

21.11.2019 Köln – Club Volta

22.11.2019 Weinheim – Café Central

23.11.2019 AT-Lustenau –  Carini Saal

25.11.2019 AT-Wien – B72

27.11.2019 Rostock – M.A.U. Club

28.11.2019 Berlin – Lido

29.11.2019 Cottbus – Bebel

30.11.2019 Göttingen – Musa

01.12.2019 Leipzig – Naumanns

03.12.2019 Marburg – KFZ

04.12.2019 Hannover – Musikzentrum

05.12.2019 Koblenz – Circus Maximus

15.01.2020 Dresden – Groovestation

16.01.2020 Braunschweig – Eulenglück

17.01.2020 Lübeck – Riders Café

18.01.2020 Magdeburg – Moritzhof

19.01.2020 Langenberg – KGB

21.01.2020 Bremen – Tower

22.01.2020 Hamburg – Knust

24.01.2020 Nürnberg – Club Stereo

25.01.2020 München – Backstage Club

26.01.2020 Stuttgart – clubCANN

28.01.2020 Biberach – Abdera

29.01.2020 Wiesbaden – Schlachthof

30.01.2020 Karlsruhe, Substage Café

31.01.2020 Erfurt, Museumskeller

01.02.2020 Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei
Ich freue mich, das Mister Me seine Tour in Münster beginnt und hoffe, über das Konzert berichten zu können